Hauspflegestation Barmbek-Uhlenhorst

Ein echter Hingucker – unsere neue Ente

In diesen Tagen wird sie frisch aufgemöbelt aus der Werkstatt kommen und im Straßenbild für Aufmerksamkeit und Werbung sorgen.
Sie stand seit über 20 Jahren in der Humboldtstraße, parkte immer hier um die Station herum und gehörte Wolfgang Lau. Es war immer ein besonderes Bild, wenn Wolfgang, unser Nachbar, baumlanger Kerl, friedensbewegt und Wendlandaktivist gegen die Atommülleinlagerung, in seine enge Ente stieg.
Wir haben vor Jahren seine Mutter im Nachbarhaus gepflegt. Sie war seit 1906 Mieterin mit Erstbezug und wurde über 90 Jahre alt. Mehrere Modernisierungen hat sie miterlebt: Abschaffung des modernen Gaslichtes, weil überall Strom gelegt wurde – Aufputz und in Bergmannrohren - wie das damals hieß, nach dem Krieg wurde dann von Kohle auf Nachtspeicherheizung umgestellt. Dem Umbau der Speisekammer zur Dusche haben sich beide widersetzt, weil die Miete sonst zu stark gestiegen wäre.
Im letzten Jahr haben wir ihren Sohn Wolfgang, der immer bei seiner Mutter gelebt hatte, mit unserem Palliativteam bis zu seinem Tod gepflegt. Er hatte Krebs, hat lange gekämpft und wollte am Ende zu Hause sterben. Unsere Krankenschwestern waren täglich mehrfach bei ihm und haben sich vor allem darum gekümmert, dass er schmerzfrei ist. Die enge Zusammenarbeit mit unseren Schmerzärzten im Team kann da heute viel möglich machen und trotzdem Lebensqualität erhalten.
Wolfgang Lau war in guter Nachbarschaft unserer Arbeit zugetan. Immer grüßte er durch die Schaufensterscheiben, kam auf einen Schnack herein und vermittelte unsere Hilfe, wenn 3 Häuser weiter jemand Pflege brauchte. Auch deshalb war es uns wichtig, die jetzt vor sich hin gammelnde Ente zu retten. Der Kauf war günstig, die Restaurierung auch, weil unsere Autowerkstatt Stephan Seifert von gegenüber überzeugt werden konnte, die Ente peu à peu mit seinen Lehrlingen zu sanieren.
Jetzt ist sie fertig, steht im Sommer wieder in der Humboldtstraße und soll als Dienstauto im Stadtteil präsent sein. Allerdings hat sie eine spezielle ‚Revolver’-Schaltung und ist gewöhnungsbedürftig – macht aber Spaß, damit zu fahren und viele haben schon gejubelt „Oh, eine Ente, das war mein erstes Auto!“
Vielen Dank an alle, die Liebe rein gesteckt haben und geholfen haben, ein Andenken zu wahren.
Hans-Jürgen Rubarth, Diakon in der Hauspflegestation

Ente 1
Ente 2
Ente 3